Wie sieht das ideale Internat aus? - Workshop zur Internatssanierung
07. Mai 2026
Wie sieht das ideale Internat aus?
Diese Frage stellten die drei Vertreterinnen und Vertreter des Staatlichen Bauamts Ingolstadt im Rahmen eines Workshops der Internatsfamilie des Gabrieli-Gymnasiums. Als ersten Schritt der Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie zur Sanierung des GG-Internats befragten Frau Maisel, Frau Weidendorfer und Herr Schneider Bewohnerinnen und Bewohner, Elternvertreter und das im Internat tätige Personal zu ihren Vorstellungen und Wünschen. Dabei durften die in den Gruppen erarbeiteten Kriterien nicht nur gewichtet, sondern von den anderen Gremien im Anschluss bezüglich ihrer Bedeutung beurteilt werden.
Entstanden sind vielfältige Idee, die dem Staatlichen Bauamt eine gute Orientierung geben, in welche Richtungen geplant werden könnte.
>> Zum Bericht im Eichstätter KurierZukunftswerkstatt für das Internat des Gabrieli-Gymnasiums:
Wie sieht das „ideale Internat“ aus?
Da die Sanierung eines historischen Gebäudes – besonders für eine zeitgemäße Nutzung durch junge Menschen - weit mehr als eine rein technische Herausforderung ist, schlägt das Staatliche Bauamt Ingolstadt beim Internat des Gabrieli-Gymnasiums einen innovativen Weg ein: Bevor der erste Architektenplan gezeichnet wird, steht die „Internatsfamilie“ im Mittelpunkt! Ein kürzlich in der Aula des GG veranstalteter Workshop bildete den Auftakt für eine Machbarkeitsstudie, die den Grundstein für die anstehenden Modernisierungsarbeiten legen soll.
Eine Stimme für die Bewohner
Die Einladung richtete sich an alle, die das Internat tagtäglich mit Leben füllen: Lehrkräfte, pädagogisches Personal, Elternvertreter sowie an erster und wichtigster Stelle die Bewohnerinnen und Bewohner verschiedenster Altersgruppen – von der Unterstufe bis zur Fachakademie für Sozialpädagogik. Das Prinzip war einfach: Wer dort lebt und arbeitet, weiß am besten, was wichtig ist.
In fünf Gruppen - davon drei Schülergruppen unterschiedlichen Alters - widmeten sich die Teilnehmenden vier zentralen Fragen. Dabei ging es zunächst um das Wesen des Internatslebens und die Identifikation gelungener Orte, aber auch um den kritischen Blick auf Defizite. Abschließend wurde die Vision des „idealen Internats“ skizziert: Was ist bewahrenswert, wo ist ein grundlegender Wandel notwendig?
Strukturierter Dialog führt zu Konsens
Um aus den vielfältigen Meinungen ein klares Stimmungsbild zu destillieren, wandte das Organisationsteam des Staatlichen Bauamts eine klare Methodik an: Jede Gruppe diskutierte die Fragen und markierte die drei wichtigsten Punkte. Im zweiten Schritt durften alle Gremien die Ergebnisse der anderen bewerten und erneut gewichten. So entstand ein repräsentatives Meinungsbild, das den Planern nun als wertvolle Entscheidungshilfe für die anstehende Machbarkeitsstudie dient.
„Niemand kennt es besser als wir“
Der Workshop stieß bei allen Beteiligten auf große positive Resonanz. „Ich bin dankbar für die Chance, dass die Stimmen des Internats gehört wurden, denn niemand kennt es so gut wie wir Bewohner“, resümierte Luzia, Schülersprecherin des GG-Internats nach der Veranstaltung. Auch auf personeller Seite wurde das Format als bereichernd wahrgenommen. Sozialpädagogin Eva Kracklauer zeigte sich von der Geschlossenheit der verschiedenen Interessengruppen beeindruckt: „Dass die Vorstellungen aller Beteiligten sehr ähnlich waren, empfand ich als beruhigend, im Kern sind wir uns wirklich einig.“
Für das Staatliche Bauamt Ingolstadt war dieser Workshop ein wichtiger erster Schritt. „Jetzt gilt es, den Input umzusetzen“, so das offizielle Fazit Claudia Maisels, Abteilungsleiterin L2 im Bereich Hochbau am Staatlichen Bauamt Ingolstadt. Den Stellenwert dieses partizipativen Ansatzes unterstrich die Planerin deutlich: „Man muss die Zielgruppe, den Nutzer, dort abholen, wo er steht. Nur so kann man ein Gebäude entwerfen, das auch angenommen wird und den Bedarf wirklich widerspiegelt – das ist gute Architektur.“ Mit dem gebündelten Wissen der Nutzerinnen und Nutzer im Gepäck kann nun die Machbarkeitsstudie gestartet werden – mit dem Ziel, das Internat des Gabrieli-Gymnasiums nicht nur zu sanieren, sondern zukunftsfähig für die kommenden Generationen zu gestalten.
